Muskiverein 1900 Rauenberg e.V.
115 Jahre Musikverein Rauenberg: „Fränkische Rebläuse“ spielten in Dürrhof-Scheune auf
Die gelungene Serenade war das passende „Geburtstagsgeschenk“



Rauenberg. Der Musikverein Rauenberg feierte sein 115-jähriges Bestehen am Samstagabend mit einer "Serenade" in der Scheune des Dürrhofs. Dazu hatte man die "Fränkischen Rebläuse" aus Bürgstadt eingeladen.

Das vorzügliche Blasorchester unter Leitung von Bernd Hofmann eröffnete das Konzert mit dem mitreißenden, wuchtigen Marsch "Per Aspera ad Astra", der mit viel Beifall bedacht wurde.

Den Willkommensgruß entbot der Vorsitzende des Rauenberger Musikvereins, Wolfgang Konrad. Wie er sagte, sei der Dürrhof im Jahre 1875 urkundlich erwähnt worden. Damals gehörte er zum Fürstenhaus Löwenstein. Heute ist er im Besitz der Familie Steuer, der Konrad für die Gastfreundschaft dankte.

Als fachkundiger Moderator fungierte während des Konzerts Jürgen Fischer. Zu hören war eine Polonaise in Es-Dur von Antonín Dvorák. Es ist ein polnischer Nationaltanz, bei dem Paare im Reihen nach bestimmten Figuren würdevoll durch den Saal schreiten.

Dirigent Hofmann, der auch das Rauenberger Blasorchester leitet, hatte die "Rebläuse" fest im Griff. Nicht immer war nun die gesamte Kapelle zu hören, öfters auch einzelne Instrumentengruppen.

Einer der bekanntesten Märsche des tschechischen Komponisten Julius Fucík sind "Die lustigen Dorfschmiede". Da tauchten auch wirklich zwei auf. Sie hatten einen gewichtigen Amboss dabei, den sie im Takt mit Hämmern bearbeiteten.

Das nächste Stück "Sa Musica" ist eng mit der spanischen Insel Mallorca verbunden. Es begann mit einer prachtvollen Einleitung. Danach erklang ein langsames lyrisches Thema, dem eine fröhliche Tanzmelodie folgte. Das Stück endete in einem festlichen Schluss - ein musikalischer Genuss!

Der "Frankenmarsch", komponiert von Valentin Eduard Becker, Text von Joseph Viktor von Scheffel, war bestimmt vielen Zuhörern bekannt: " Wohlauf, die Luft geht frisch und rein."
Gute Solisten

Dass die "Rebläuse" auch über gute Solisten verfügen, zeigten sie bei der "Dudelsack-Polka", in der eine Klarinettistin mit einem Kollegen, zwei Trompeter und Tenorhornbläser zu hören waren.

Aufmerksamkeit erregte ebenfalls "Moment for Morricone" von dem italienischen Komponisten Ennio Morricone, der vor allem durch seine Filmmusiken bekannt wurde. Das Medley umfasst fünf Melodien, darunter "Spiel mir das Lied vom Tod".

Gut an kam auch der Auftritt der beiden Alphornbläser, ehe die Zuhörer ein Medley mit Popsongs von Sir Elton John genossen.

Ohne zwei Zugaben ließ das begeisterte Publikum die Musiker nicht abziehen. Diese brachten noch die abwechslungsreichen Melodien aus dem weltbekannten Disney-Zeichentrickfilm "König der Löwen" zu Gehör. Eine fantastische Komposition von Elton John.

Zum Schluss dankte Wolfgang Konrad den Musikfreunden aus Bürgstadt für die Darbietungen auf höchstem Niveau und überreichte ein musikalisch verwendbares Geschenk. Der Vorsitzende betonte abschließend auch die guten freundschaftlichen Beziehungen beider Vereine. wi
© Fränkische Nachrichten, Montag, 22.06.2015


Serenade 2012


Klangvoll perfekt trotz wirbelnder Notenblätter

Mit einem flotten Marsch eröffnete das Blasorchester "Fränkische Rebläuse" aus Bürgstadt die "Serenade" am Samstag im weiten Areal des Dürrhofs. Eingeladen hatte der Musiskverein Rauenberg. Vorsitzender Wolfgang Konrad war überwältigt von der Anzahl der Gäste und hieß die rund 600 Besucher willkommen.


Konrad bezeichnete diese Abendveranstaltung als einen besonderen kulturellen Höhepunkt im Stadtgebiet Freudenberg. Er ging kurz auf die Geschichte des Dürrhofs ein, der früher zum Kloster Bronnbach gehört hat. Seit 1957 sei er im Besitz der Familie Steuer. Innerhalb der vergangenen 800 Jahren habe er eine abwechslungsreiche Geschichte durchlebt. "Ebenso abwechslukngsreich werden die Darbietungen der befreundeten Blaskapelle mit Dirigenten Bernd Hofmann sein, der auch das Blasorchester Rauenberg leitet", so Konrad.

Er dankte der Familie Steuer für die Gastfreundschaft und der Rauenberger Feuerwehr, die für eine reibungslose Einweisung der vielen Autos auf die Parkplätze gesorgt hatte. Er stellte auch Moderator Jürgen Fischer vor, der einiges Interessante über die zehn Musikstücke zu berichten wusste.

Im Lauf der Vorträge konnten die Zuhörer feststellen, dass die 50 Musikerinnen und Musiker starke Kapelle auf hohem Niveau in der klassischen wie modernen Musik zu Hause war. Es folgte die Overtüre zu Gioachino Rossinis "Barbier von Sevilla" , beginnend mit leisen Triolen, wonach die Querflöten die Melodie aufnehmen und dann Quartolen den Rhythmus bestimmen. Dann übernahmen die sieben Klarinetten die Melodie. Immer wieder sind in diesem Werk andere Instrumente zu hören, die von den Musikern hervorragend gespielt wurden, obgleich sie mit dem Wind zu kämpfen hatten, der die Notenblätter durcheinanderwirbelte.

Wieder erklang ein Marsch, der "Von der Tann-Marsch" von Andreas Hager, ein Stabstrompeter aus Bayern. Deutlich zu vernehmen waren auch Feldsignale, exakt geblasen wie auch der gesamte Marsch. Bekannt ist die "Tritsch-Tratsch-Polka" von Walzerkönig Johann Strauß, die den "Rebläusen" besonders gut gelang, zumal sie auch technisch hohe Anforderungen stellt.

Gut gefiel eine Weise aus Böhmen, "Bohemian Lovers", bei der ein Tenorhorn- und ein Trompeten-Solist mitwirkten. Der Tenorhornbläser begann mit der schönen Melodie, die der Trompeter leicht variiert aufnahm und wiederholte. Dann fanden beide klangvoll zusammen, was eine eine hörenswerte Darbietung darstellte, die dezent vom Orchester begleitet wurde.

Ein portugiesischer Klarinettenvirtuose schrieb das lebhafte Stück "O Vitinho", marschmäßig, durchsetzt mit Triolen und melodiös. Unter dem Namen "Italien Festival" ertönte ein Potpourri mit zum Teil bekannten, leicht dahinschwebenden Melodien. Präsentiert wurde auch Modernes, so eines der erfolgreichsten Musicals "Grease" - eine Liebesgeschichte voller musikalischer Überraschungen. Auch ein Fagottsolo war enthalten. Imposant waren die Tempo- und Lautstärkewechsel, die das Orchester vorbildlich interpretierte.

Unter der Bezeichnung "Elton John Classic-Hits" waren Stücke des britischen Komponisten zu hören, mit dem Konzertmarsch "Jubelklänge" beendete das Blasorchester die bestens gelungene Serenade. In seinen Dankesworten schlug Vorsitzender Wolfgang Konrad vor, dieses musikalische Erlebnis zu wiederholen, was mit stürmischem Beifall gut geheißen und vom Orchester mit einer vom Publikum geforderten Zugabe belohnt wurde.