Muskiverein 1900 Rauenberg e.V.

Frühjahrskonzert "Servus, Austria"


Wiener Schmäh liegt in der Luft

Ganz im Zei­chen Ös­t­er­reichs stand am Sams­ta­g­a­bend die Rau­bach­hal­le, als dort der ört­li­che Mu­sik­ve­r­ein zu sei­nem Früh­jahrs­kon­zert »Ser­vus, Au­s­tria« lud.
Ge­kom­men wa­ren ne­ben rund 300 Mu­sik­in­ter­es­sier­ten auch die Schü­ler des Ju­gend­or­ches­ters der Freu­den­ber­ger Mu­sik­schu­le und die Freun­de vom Mu­sik­ve­r­ein Dör­les­berg.
Die Interpreten schafften es gleich zu Beginn, das Publikum emotional mitzunehmen, zu begeistern für die Klänge, die zeitlich vom Barock bis zur jüngsten Vergangenheit reichten. Nicht nur das musikalische Angebot war für die gute Stimmung maßgeblich, sondern auch die beherzte Art der Präsentation und das Können, welches die Musikanten an den Tag legten.
Wiener Schmäh lag in der Luft, Erinnerungen an die Hofburg und an die Donaumonarchie zu Zeiten der österreich-ungarischen K-und-K-Monarchie, ebenso wie Operette und Austropop - visuell ergänzt durch Dekoration und Schmankerl in der Pause. Seit 2010 gibt es in der Freudenberger Musikschule das Schulorchester, welches unter Leitung von Michael Korn am Samstag gleich mit den ersten Takten vor dem Publikum bestand.
Die Kinder hatten für den Abend »Dahoam is dahoam« von den »Schürzenjägern« und »Hulapalu« Andreas Gabalier ausgesucht. Korns authentischer Gesang dazu und die Präsentation der Bläserjugend brachten schon früh die ersten Applausstürme, eine Stimmung, die den ganzen Abend über anhalten sollte.
Michael Korn griff im Lauf der Veranstaltung wiederholt zur Gitarre und erwies sich auch als veritabler Sänger bei der Zugabe des Abends, nämlich Reinhard Fendrichs Ballade »Weilst a Herz hast, wia a Bergwerk«, mit kreativem Arrangement für Gesang und Orchester vertont.
Die erste Halbzeit teilte sich die Jugend mit dem Musikverein Dörlesberg unter Leitung von Bernhard Müßig. Der ließ die Habsburger mit einem Marsch hoch leben, erwies Peter Alexander eine Hommage und ließ mit der »Kleinen ungarischen Rhapsodie« Melancholie neben feurigem Temperament bestehen. Verspielt, elegant, charmant, mit Erich Wolf an der Vogelflöte, kam das »Krapfenwaldl« von Johann Strauß daher, bevor als zackiger Schlusspunkt der »Radetzky-Marsch« mit seinem prägnanten Rhythmus fulminant in die Pause überleitete - wobei die Dörlesberger mit dem »Böhmischen Traum« eine Zugabe einlösten.
Wolfgang Konrad moderiert
Dass die Zuschauer auch wissen mögen, was sie da zu hören bekamen, dafür war Wolfgang Konrad zuständig. Doch nicht nur zu den Stücken und Komponisten selbst fand er die richtigen Worte, auch mit dem österreichischen Wesen machte er das Auditorium vertraut.
So erfuhren die Zuhörer, dass es nicht weniger als 869 Bezeichnungen gibt, mit denen in unserem Nachbarland beispielsweise Hofräte, Bergräte und der Räte weitere große Zahl benamt werden. Ein Glanzlicht der Rauenberger Gastgeber unter Leitung von Bernd Hofmann war die Ouvertüre aus Mozarts »Zauberflöte«, bei der sich die filigran ausgearbeiteten Register zuweilen solistisch beweisen konnten.
Ein weiteres Glanzstück war der Auftritt von Luisa Elbert, die mit der »Serenata Semtimentale« von Toselli das Orchester auf der Violine begleitete - ein angenehmer Kontrast, bei dem sich das Orchester respektvoll zurücknahm. Das »Manhattan-Schönbrunn-Deutsch« hatte man unweigerlich im Kopf beim Falco-Medley mit »Vienna calling«, »Amadeus«, dem »Kommissar« und anderen Ohrwürmern.
Ein Medley brachte die Lieder von Johann Strauß ins Gedächtnis mit der »Tritschtratsch-Polka«, der »Blauen Donau«, um nur die berühmtesten zu nennen. Auch ein Ausschnitt aus dem Musical »Elisabeth« war von den Rauenbergern zu hören. Den Marsch bliesen sie dem Publikum mit »Unter dem Doppeladler« von J. F. Wagner. Zuletzt gab es noch zum Mitsingen »Fürstenfeld« von STS, wovon das Publikum regen Gebrauch machte. Ausgesuchte intelligente Arrangements, ein »zackiges« Dirigat und schöne Melodien waren das Rezept für den gelungenen Abend.
Bernd Dorbath