Geschichte

Ihren musikalischen Ursprung fand die Musikkapelle schon vor der Jahrhundertwende, als Rauenberger Steinbrucharbeiter von zwei Halbitalienern in der Kunst des Instrumentalspiels unterrichtet wurden. Unter der Stabführung von Simon Hildenbrand formierte sich alsbald eine kleine Gruppe von Musikern, die zunächst nur bei kirchlichen Anlässen an die Öffentlichkeit trat. Neben der Freude an der Musik und als Ausgleich zur harten Steinbrucharbeit schien ein kleiner Nebenverdienst willkommen, so daß die Kapelle um die Jahrhundertwende in Breitenbrunn zum ersten Mal einen öffentlichen Tanzabend gestaltete.

ERSTE MUSIKLEHRER WAREN 2 HALBITALIENER
Ihren musikalischen Ursprung fand die Musikkapelle schon vor der Jahrhundertwende, als Rauenberger Steinbrucharbeiter von zwei Halbitalienern in der Kunst des Instrumentalspiels unterrichtet wurden. Unter der Stabführung von Simon Hildenbrand formierte sich alsbald eine kleine Gruppe von Musikern, die zunächst nur bei kirchlichen Anlässen an die Öffentlichkeit trat. Neben der Freude an der Musik und als Ausgleich zur harten Steinbrucharbeit schien ein kleiner Nebenverdienst willkommen, so daß die Kapelle um die Jahrhundertwende in Breitenbrunn zum ersten Mal einen öffentlichen Tanzabend gestaltete.

NEUFORMIERUNG NACH DEM I. WELTKRIEG
Der erste Weltkrieg unterbrach jäh die musikalische Weiterentwicklung und Entfaltung der Kapelle. Doch schon kurz nach Kriegsende fanden sich einige Musikbegeisterte zusammen und verpflichteten sich in einem am 20. April 1921 verfaßten Vertrag zu regelmäßigem Probebesuch und erkannten darin die Autorität des Vorstandes und Dirigenten an. Die Unterzeichner des Vertrages waren: Leo Neuberger, Anton Wamser, Alois Seubert, Alois Hildenbrand, Josef Hildenbrand und Eugen Grein. Nachdem noch Alois Eckert und Otto Weis in die Kapelle aufgenommen wurden, wählte man am 13.05.1922 Alois Seubert zum Vorstand. Dieser wurde schon am 16. September des gleichen Jahres von Alois Eckert abgelöst. In den Anfangsjahren fand die Kapelle finanzielle Unterstützung nur in regelmäßigen Beiträgen, die sich die Aktiven selbst auferlegten. Große Verdienste erwarb sich in dieser Zeit Pfarrer Julius Lamp, der von 1918 bis 1933 die musikalische Leitung und Ausbildung übernahm und sogar selbst Noten schrieb. Seine unermüdliche Tätigkeit führte die Kapelle zu einem ersten Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte. Schon ab 1922 fand alljährlich eine Generalversammlung statt. So wurde 1925 Eduard Grein als Vorstand und Karl Hildenbrand als Schriftführer und Kassier gewählt. Leo Seubert, Sebastian Weimer, Karl Link und Alois Vollmer wurden als Musiker aufgenommen. In dieser Besetzung erweiterte sich die Palette der Auftritte um zahlreiche Veranstaltungen der verschiedensten ortsnahen Vereine.

KARL LINK - DER INITIATOR
Am 1. Januar 1933 begann für die Kapelle mit der Wahl von Karl Link zum Vorstand eine Ära, die vom Handeln und Wirken dieses Mannes geprägt war. In seiner 50-jährigen Musikertätigkeit übernahm er oft mehrere Ämter zugleich und führte die Kapelle über mehrere Krisen hinweg. Gleichzeitig wurden auch Leo Link, Albrecht Weis und Mamertus Grein als Aktive aufgenommen. Sie bildeten lange Zeit das Rückgrat der Kapelle. Am 24. Januar 1933 wurde ein weiterer Vertrag geschlossen, der im wesentlichen dem Vertrag aus dem Jahre 1921 entspricht.

UNGEWOLLTE AUFTRITTE - II.WELTKRIEG
Wie die Bevölkerung, so wurde auch das Vereinsleben ab 1933 stark vom Nationalsozialismus beeinflußt. Bei vielen propagandistischen Veranstaltungen, von der SA initiiert, war das Mitwirken der Musikkapelle gefordert. Vermutlich nur ungern und gezwungener-maßen nahmen die Musiker daran teil, was der folgende Auszug der Chronik beweist: "Am 6.1.34 hielt die SA und. Reserve einen Familienabend, wo wir mitwirken mußten". Als letzter Auftritt vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist das Buchenfest am 16.7.39 in Ebenheid verzeichnet.

WIEDERBEGINN UND AUFBAU NACH 1945
Die durch das Kriegsgeschehen unterbrochene Tätigkeit wurde erst am 5. Juni 1947 fortgesetzt. Erneut übernahm Karl Link den Vorsitz und die musikalische Leitung. Schriftführer wurde Mamertus Grein, der mit viel Humor das Vereinsgeschehen dokumentierte. Als weitere Musiker fungierten Sebastian Weimer, Leo Link, Leo Seubert, Albrecht Weis, Alois Ullrich und Alois Breitenbach. Als Neuzugänge, damals Studenten genannt, wurden Heinrich Weis, Arnulf Grein, Hugo Hildenbrand, Edwin Boll, Julius Kraus und Karl Weis aufgenommen.

1950 - EIN EREIGNISREICHES JAHR
Zur finanziellen Unterstützung der Kapelle wurde 1950 ein Musikverein gegründet. Hierbei verpflichtete sich die Kapelle, alljährlich einen bunten Abend für die Mitglieder zu veranstalten. Außerdem soll den verstorbenen Vereinsmitgliedern die letzte Ehre erwiesen werden. Von den Kriegswirren erholt, feierte man im Jahre 1950 das 50-jährige Stiftungsfest, an dem 6 Kapellen der näheren Umgebung teilnahmen. 1951 wurde der Musikverband Untermain als Dachorganisation der regionalen, meist bayrischen,Musikkapellen ins Leben gerufen. Hieran war auch die Musikkapelle Rauenberg als Gründungsmitglied aktiv beteiligt.

EINE KRISE WIRD ÜBERWUNDEN
Nach Unstimmigkeiten und dem Austritt einiger Musiker verfaßten die Aktiven am 22. Febr. 1959 einen Beschluß, der das Vereinsleben streng regelte und somit den Fortbestand der Kapelle sicherte. Hierbei wurde Karl Link erneut als Vorstand bestätigt. Zum zweiten Vorstand und Dirigenten wurde Helmut Vollmer ernannt. Vom 17. bis 19. Juli 1965 blickte man in Form eines Jubiläumsfestes auf das 65-jährige Bestehen der Kapelle zurück. Bei den Neuwahlen im August wurde Walter Hildenbrand als Kassier gewählt. Rudi Grüner wurde wieder das Amt des Schriftführers übertragen, das er schon seit 1963 ausgeübt hatte. Im übrigen blieb die alte Vorstandschaft.

WERTUNGSSPIELEN ALS MAßSTAB DES KÖNNENS
Ab dem Beginn der 70-er Jahre wurde wohl unter dem Einfluß des Dirigenten Helmut Vollmer die Ausbildung der Musiker stark verbessert. So nahmen zeitweise bis zu 7 Aktive an Dirigentenkursen teil. Auch wurde jetzt die Stammkapelle ständig durch Jungmusiker verstärkt. Die kontinuierliche Ausweitung der Aktivitäten und der Wetteifer der Musiker forderte nun nach einem Maßstab des musikalischen Könnens. In diesem Sinne nahm die Kapelle 1967 an einem Wertungsspielen in Hausen teil und belegte dort einen hervorragenden ersten Platz. Im gleichen Jahr wurde Vorstand Karl Link die goldene Ehrennadel vom damaligen Präsidenten des Musikverbandes Untermain, Herrn Wodicka, überreicht 1970 feierte der Verein sein 70-jähriges Gründungsfest, bei dem 24 Gastkapellen anwesend waren. Im Herbst dieses Jahres fanden Neuwahlen der Vorstandschaft statt. Hierbei wurde Karl Link von Erhard Weimer als Vorstand abgelöst. 1972 und 1973 erreichte die Kapelle bei Marschmusikwettbewerben in Freudenberg und Laudenbach sehr gute Wertungen. Am 26. Januar 1973 legte Helmut Vollmer das Amt des Dirigenten nieder. Für ihn sprang kurzzeitig Vorstand Erhard Weimer ein.

JOHANNES DEMBINSKI - DER NEUE STIL
Entscheidende Impulse brachte 1974 die Verpflichtung von Musiklehrer Johannes F. Dembinski als Dirigent. Unter seiner Stabführung stellte sich 1975 beim 75-jährigen Vereinsjubiläum eine im Niveau erheblich verbesserte Kapelle der Öffentlichkeit vor. Im Rahmen des Festes wurde der Musikkapelle die "Goldene Medaille am weiß-blauen Band" verliehen. Den Lehr- und Übungszwecken bewußt, ließ Johannes F. Dembinski unter Assistenz von Heinz Grein in der Folgezeit die Musiker gezielt an verschiedenen Wertungsspielen teilnehmen. So erreichte man 1975 beim Marschmusikwettbewerb in Elsenfeld die höchste Punktzahl aller teilnehmenden Vereine. Im November dieses Jahres wagte die Kapelle beim Wettbewerb in Leidersbach erstmals den Schritt zur Mittelstufe und erhielt auf Anhieb die Wertung la. 1976 und 1977 wurden in Röllbach und Trennfurt ebenfalls erste Ränge erreicht.

"MUSIKVEREIN 1900 RAUENBERG E.V."
Aus finanziellen Gründen erarbeitete die Vorstandschaft eine neue Satzung, die am 5. März 1977 bekannt gegeben wurde. Aufgrund dieser rechtlichen Grundlage wurde dem Verein die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Die Musikkapelle Rauenberg wurde in "Musikverein 1900 Rauenberg e.V." umbenannt.

MIT JUNGEN MUSIKERN ZU NEUEM ERFOLG
Der Risikobereitschaft ihres Vorstandes Erhard Weimer verdankt die Kapelle die im August 1978 begonnene Ausbildung von 16 Jungmusikern. Hier brach man erstmals eine langjährige Tradition und nahm 8 Mädchen in die Kapelle auf. Die Ausbildung übernahmen die Aktiven Heinz Grein, Helmut Vollmer, Paul Detsch, Rudi Grüner und Erhard Weimer, tatkräftig unterstützt von der Musikschule Freudenberg. Die hohe Zahl der Jugendlichen ließ die Kapelle auf über 30 Musiker wachsen. Auf diese belebenden Jungmusiker schien der zur Moderne tendierende Dirigent gewartet zu haben. Dieses Team, das die erfahrenen Stammspieler mitriß, ließ ein ungewohnt vielseitiges, modernes Repertoire wachsen, das zuvor unvorstellbar erschien. War es 1975 die Qualität, die das Publikum begeisterte, so fügte sich 1980 beim 80-jährigen Stiftungsfest die Quantität hinzu. Auf diese Weise errang die Kapelle einen enormen Beliebtheitsgrad, der ihr immer bedeutendere Auftritte bescherte. Unter anderem sind hier Konzerte im Sheraton-Hotel und auf dem Fernsehturm in Frankfurt, Kurkonzerte in Bad Orb und Bad Mergentheim, Begrüßung des damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens in Wertheim, Teilnahme am Gemeinschaftskonzert 1982 des Musikverbandes Untermain und mehrere Auftritte im Rahmen des Ausfluges nach Berlin zu nennen. Darüber hinaus hat sich die Kapelle mit Beiträgen zur Schallplatte "Freudenberg, wie es singt und klingt", sowie der Sendung des Süddeutschen Rundfunks "Sang und Klang aus Stadt und Land" bis weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen geschaffen. Der Erfolg dieser Auftritte festigte den inneren Zusammenhalt und die Kameradschaft der Musiker.

IDEALE PROBEMÖGLICHKEITEN - "HAUS DER VEREINE"
Von der Begeisterung ihrer Vorgänger inspiriert, wurden ab 1984 erneut 8 Jugendliche in die Kapelle integriert und erfuhren teilweise eine duale Ausbildung in der Musikschule. Mit einem Anteil von 25 Musikern unter 20 Jahren stellte sich die Kapelle fast als Jugendkapelle dar, was ihr zugleich eine solide Basis für die Zukunft geboten hat. Durch eine Jugendwerbeaktion in Rauenberg, Wessental und Ebenheid konnten 1988 erneut sieben Mädchen und fünf Jungen ausgebildet werden. Nach dreijähriger Ausbildung, ebenfalls wieder von aktiven Musikern und Musikschule durchgeführter, konnten diese bereits 1991 fest in die Kapelle integriert werden. Mit der Ausbildung von 22 Jugendlichen wurde im Herbst 1994 begonnen. Die Ausbildung dauert noch an, wobei die Jugendlichen bereits bei kirchlichen Anlässen mitwirken. Die Integration in die Kapelle wird im Rahmen des 100-jährigen Bestehens angestrebt. Durch den vorwiegend in Eigeninitiative und durch finanzielle Unterstützung der Stadt Freudenberg geleisteten Ausbau des Proberaumes Mitte der 80er Jahre konnte eine nahezu ideale Übungs- und Ausbildungsstätte geschaffen werden. Das ehemalige Schulgebäude, das heute den Namen "Haus der Vereine" trägt, teilen sich Musikverein, Gesamgverein und Heimat- und Kulturverein. Auch die Musikschule der Stadt Freudenberg nutzt die Räumlichkeiten für den Unterricht.

85-JÄHRIGES JUBILÄUM - VERBANDSMUSIKFEST
Das 85-jährige Jubiläum, verbunden mit dem Verbandsmusikfest des Musikverbandes Untermain, geht sicherlich als ein Höhepunkt in die Vereinsgeschichte ein. Erstmalig feierte der Musikverband dieses Fest bei einem badischen Mitgliedsverein. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Georg Denzer besuchten über 50 Gastkapellen das Fest, das mit einem Tanzabend der aus Funk und Fernsehen bekannten "Flippers" begann und mit zwei imposanten Massenchören am Samstag und Sonntag auf dem Sportgelände abgerundet wurde. Soviel Blasmusik auf einmal hatte Rauenberg in seiner bisherigen Geschichte noch nie erlebt. Im Rahmen der Festtage fand auch ein Empfang für geladene Gäste im Sportheim statt. Die Wahl von Rauenberg als Austragungsort für das Verbandsmusikfest ist Beleg für die gute Kooperation zwischen Baden und Bayern. Das 85-jährige Jubiläum bildete gleichzeitig den Anlaß für die Herausgabe einer Festschrift, in der die Geschichte des Vereins dokumentiert wurde.

GESELLIGE AUSFLÜGE PFLEGEN DAS MITEINANDER
Die aktiven Musiker und Musikerinnen der Musikkapelle Rauenberg treffen sich im Jahr zu ca. 50 Proben. Hinzu kommen noch bei wichtigen Auftritten spezielle Registerproben. Bei kirchlichen und weltlichen Anlässen, Ständchen, Beerdigungen, Festbesuchen und Konzerten summieren sie sich auf weitere ca. 40 öffentliche Auftritte. Man kann davon ausgehen, daß ein Musiker nahezu ein Drittel des Jahres für und mit der Kapelle unterwegs ist. Alles geschieht dabei auf ehrenamtlicher Basis. Als Ausgleich für die Mühen veranstaltet der Musikverein gemeinsame Mehrtages- oder Tagesausflüge. 1987 wurde ein 4-Tages-Ausflug in die europäische Hauptstadt Brüssel mit dem Besuch des Nato-Hauptquartiers durchgeführt, wobei das Konzert am Fuße des Atomiums musikalischer Höhepunkt des Ausfluges war. Nach dem Tagesausflug zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen 1990 und dem Besuch der Bundesgartenschau in Frankfurt im Jahr1991 wurde 1993 wieder ein Mehrtagesausflug organisiert. Ziel der Reise war die ligurische Küste und die Côte d`Azur mit den Nobelorten Cannes, Nizza und das Fürstentum Monaco. 1995 erfolgte ein Tagesausflug nach Bayreuth mit Besichtigung des Festspielhauses. 1997 wurde ein 2-Tagesausflug nach Kloster Andechs und München unternommen. Gesellige Abende, interessante Begegnungen und lustige Begebenheiten lassen die Fahrten bei vielen Musikern noch heute lebendig werden.

DER WEG IN DIE 90ER JAHRE
Das 90-jährige Bestehen der Musikkapelle verbunden mit 40 Jahren Musikverein wurde mit einem Fest vom 06.- bis 08. Juli 1990 gefeiert, an dem 40 Gastkapellen teilnahmen. Im Mittelpunkt dieses Festes stand eine Vielzahl von Ehrungen. Für 10-, 15-, 30- und 40-jähriges aktives Musizieren wurden Musiker mit den Ehrennadeln des Musikverbandes Untermain bzw. des Nordbayerischen Musikbundes ausgezeichnet Im Rahmen des 90-jähriges Jubiläums ehrte der Verein 12 passive Gründungsmitglieder. Dies waren Paul Hildenbrand, Emil Breitenbach, Eduard Konrad, Fritz Link, Franz Weis, Gustav Breitenbach, Julius Kraus, Alois Seubert, Mammert Grein, Oskar Hildenbrand, Edwin Boll und Arnulf Grein. Für die Verdienste um den Verein wurden die aktiven Musiker Helmut Vollmer und Paul Detsch sowie das passive Mitglied Leonhard Hennig zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Erlös des 90-jährigen Bestehens wurde zur Anschaffung neuer Uniformen, die erstmalig zur Generalversammlung 1992 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, verwendet. 1995 wurde 95-jährige Jubiläum mit einem 2-tägigen Musikwerbefest am Gelände rund um das "Haus der Vereine" (Proberaum) gefeiert.

TRADITIONELLES ADVENTSKONZERT - KULTURELLER HÖHEPUNKT DER 90 ER JAHRE
Fand Anfang der 80er Jahre ein Adventskonzert unter Mitwirkung von Männergesangverein und Kirchenchor im Sportheim statt, so wird seit 1986 in ununterbrochener Folge ein Adventskonzert am 3. Adventssonntag in der Pfarrkirche "St. Wendelinus" veranstaltet. Standen zuerst nur kirchliche Stücke auf dem Programm, so begann man ab 1993 auch weltliche Stücke aus der Welt der Oper vorzutragen. Die Ouvertüren aus der Oper "Die Zauberflöte" oder "Figaros Hochzeit" von W. A. Mozart, die Ouvertüre zu "Wilhelm Tell" von Rossini oder das grandiose Meisterwerk "Die Moldau" von Smetana bildeten musikalische Akzente des Konzertes, das die Lokalpresse zu den Kommentaren "Es ist schon erstaunlich, zu welchen musikalischen Glanzleistungen dieser kleine Ort imstande ist" oder "Rauenberger Musiker - eine Klasse für sich" animierte. Der Erlös dieses Konzertes kommt dem Kindergarten der Kirchengemeinde Rauenberg zugute.

KONZERTE IM MITTELPUNKT DES MUSKLAISCHEN WIRKENS
Im Mittelpunkt des musikalischen Wirkens stand in den letzten Jahren eine Vielzahl von Konzerten. So zählt seit den 80er Jahren das alljährliche Platzkonzert auf dem Marktplatz in Wertheim zum festen Rahmenprogramm der Michaelis-Messe. Seit 1991 finden auch im 2-jährigen Rhythmus Platzkonzerte des Musikvereins am Schnatterloch in Miltenberg statt. Der Musikverein Rauenberg beteiligte sich in den letzten Jahren ebenfalls rege an den Aktivitäten des Musikverbandes Untermain. Am jährlich stattfindenden Gemeinschaftskonzert nahm der Musikverein 1982 teil. In Mömlingen (1989), Kleinwallstadt (1994) und Dörlesberg (1998) wirkte die Kapelle ebenfalls mit. Kurkonzerte in der Wandelhalle in Bad Mergentheim in den Jahren 1996 und 1997 erfreuten die Kurgäste. Da Rauenberg nicht über eine entsprechende Mehrzweckhalle verfügt, wurde 1996 ein gemeinsames Konzert mit dem Musikverein "Harmonie" Boxtal im Gemeindezentrum Boxtal durchgeführt, und 1997 mit drei weiteren Kapellen und zwei Chören in der Maintalhalle Mondfeld ein Frühjahrskonzert veranstaltet. Ein weiteres Frühjahrskonzert wurde im März 1999 mit den Kapellen aus Dertingen, Külsheim, Eichenbühl sowie den Chören aus Nassig und Rauenberg in der Wildbachhalle Nassig durchgeführt und dadurch auch die Kontakte zu Kapellen aus benachbarten Musikverbänden geknüpft und vertieft.

GENERATIONSWECHSEL AN DER FÜHRUNGSSPITZE
Die Vorstandschaft des Musikvereins Rauenberg war über Jahrzehnte von Kontinuität geprägt. Von 1933 bis 1993 prägten Karl Link und Erhard Weimer als Vorsitzende über 60 Jahre die Geschicke des Vereins. 1977 legte Rudi Grüner nach 17 Jahren das Amt des Schriftführers nieder. Dieses Amt wurde von Bruno Bauer bis 1988 weitergeführt, der es berufsbedingt an Wolfgang Konrad übergab. Durch die große Anzahl von Jugendlichen wurde die Vorstandschaft Anfang der 80 Jahre um eine Jugendvertretung erweitert. 1989 legte nach 30 Jahren der 2. Vorstand, Helmut Vollmer, das Amt in jüngere Hände. Für seine außerordentlichen Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Sein Nachfolger wurde Helmut Arlt. Nach 23-jähriger, sehr erfolgreicher Tätigkeit legte im Frühjahr 1993 Erhard Weimer das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Er wurde für sein hervorragendes Engagement zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde der heute noch amtierende Siegfried Flicker. Eine sehr lange Kontinuität war auch mit dem Amt des Kassenwarts verbunden. 30 Jahre zeichnete Walter Hildenbrand für die Finanzen verantwortlich. Bei den Wahlen im März 1995 übergab er das Amt an Volker Steuer. Nur 3 Wochen später verstarb Walter Hildenbrand im Alter von 53 Jahren. Ein schwerer Schlag für den Musikverein Rauenberg. Bei den Neuwahlen im März 1998 wurde Siegfried Flicker im Amt des 1. Vorsitzenden bestätigt. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm Wolfgang Konrad, neuer Schriftführer wurde Christian Arlt, Volker Steuer blieb weiterhin Kassenwart. Die aktuelle Vorstandschaft ist auch gewillt, den Musikverein Rauenberg durch Kontinuität und Zuverlässigkeit in das nächste Jahrtausend zu führen.